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Alpenpanoramaweg

Etappe 17: Rüeggisberg – Guggisberg

Der Tag beginnt in Rüeggisberg – und zwar mit dem wichtigsten Programmpunkt: Frühstück. Bevor die Beine wieder Kilometer sammeln, sammeln wir erstmal Kalorien.

Unser Ziel ist schon beim ersten Bissen in Sichtweite.

Guggershörnli

Hundebellen in der Ferne. Moritz und ich tauschen diesen Blick – du weisst schon, den „Oh nein, nicht schon wieder“-Blick. Und da ist es auch schon: das Schild: „Achtung, Herdenschutzhunde – bitte ruhig verhalten, nicht streicheln, grossräumig umgehen und so weiter“ Grossräumig umgehen? Klingt nach einem Vorschlag, den wir sehr ernst nehmen. Jeder, der mal einem Herdenschutzhund begegnet ist, weiss: Die sind nicht da, um Freundschaften zu schliessen – die nehmen ihren Job verdammt ernst. Wir entscheiden uns also: Abkürzung quer durch die Wiese. Nicht ganz regelkonform, aber hey – wir leben noch. Die Hunde bellen weiter, wir winken innerlich und verschwinden wie zwei Agenten auf geheimer Mission.

Diese Etappe nennen wir zu Beginn „Hof-Hopping“, denn alle paar Meter taucht ein neuer Hof auf. Die Höfe liegen verstreut in der Landschaft, eingebettet zwischen Feldern, Wiesen und kleinen Baumgruppen.

Nach einer zähen Strecke auf Asphalt erreichen wir dann unser Zwischenziel: Schwarzenburg.

Ich stehe vorm Hotel, in dem wir heute Nacht schlafen. Mein Rücken schreit, mein Rucksack wiegt gefühlt 300 Kilo, und ich denke mir: „Ich bring einfach ein paar Sachen schon mal ins Zimmer“.

Doch Moritz, meint: „Wenn ich das Bett sehe, leg ich mich hin. Und dann läufst du den Rest alleine.“ Ohhh nooooo….

Ich spüre es. Das Bett ruft mir zu: „Komm schon… nur ein T-Shirt ablegen… vielleicht auch die Schuhe… vielleicht auch du…“ Ich widerstehe. Schweren Herzens. Wir schultern unsere Rucksäcke wieder. Guggisberg ruft. Das Bett schmollt. Moritz marschiert. Ich trage – alles.

Langsam, aber sicher kommt unser Ziel näher…

…und näher.

Und dann stehen wir oben – auf dem Guggershörnli. Eine freistehende Nagelfluhrippe, nur erreichbar über die steile Holzleiter.

Auf dem Weg dahin, begleitet uns die tragische Liebesgeschichte „Ds Vreneli ab em Guggisbärg“. Weshalb Guggisberg auch Vreneli-Dorf genannt wird.

Und dann liegt Guggisberg auch schon vor uns. Etappe 17 ist geschafft.

Das alte Volkslied «S’isch äben e Mönsch uf Ärde» erzählt auch die Geschichte (hier in Steff la Cheffe Version)
Zimmer Hotel Sonne

5 Antworten auf „Etappe 17: Rüeggisberg – Guggisberg“

Dieser Blick, bei Hundegebell ich kann direkt mitfühlen. Und dieser innere Dialog. Eigentlich finde ich ja Hunde süß, aber momentan gehen sie mir tierisch auf den S… 😅
So waren zumindest meine Empfindungen.

Es ist sehr cool dieser Blogg, Mega gute Idee. Ich bin voll dabei. Und das Essen sieht tatsächlich echt lecker aus.
Aber das ihr es geschafft habt am Hotel vorbei zu laufen – Glückwunsch. Das ist ne starke Leistung 😂

Weiterhin Guter Weg – Buen Camino

Die Geschichte von Vrenili ist tragisch und traurig.

Da seid ihr zwei aber weit gewandert heute , dann habt ihr das gute Essen wohlverdient.

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