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Alpenpanoramaweg

Etappe 25: Allaman – Nyon

Motto des Tages:

Das Leben ist schön

Meine 25. Etappe beginnt am Bahnhof in Allaman. Der Weg führt mich zuerst nach Aubonne – ein kleiner Ort mit viel Charme.

Der Alpenpanoramaweg hält, was sein Name verspricht: Eine beeindruckende Sicht auf die Alpen – inklusive freier Sicht auf den höchsten Berg Europas, den Mont Blanc, schneeweiss und direkt vor mir! Danke, danke, danke. (Ich mein, es könnte ja auch Regnen oder die Sicht beschissen sein).

Die Kirchenspitze habe ich kurzerhand als „Zeiger“ eingesetzt – direkt auf den Mont Blanc gerichtet. Er begleitet mich über viele Kilometer, und ich kann mich einfach nicht sattsehen. Was ist es nur, das diese hohen Berge so unglaublich faszinierend macht? Ihre Grösse? Ihre Ruhe? Oder einfach das Gefühl, dass sie schon immer da waren?

Die Sicht meint es heute so gut mit mir. Danke, danke, danke. Ganz klein am Horizont: ein feiner, weisser Wasserstrahl. Der Jet d’Eau. Genf. Mein Ziel. Zum ersten Mal sehe ich es nicht nur als Punkt auf der Karte, sondern mit eigenen Augen. Ein winziger Streifen – und doch voller Bedeutung.

Ich bin zu Fuss losgezogen, habe Kilometer um Kilometer hinter mir gelassen, und jetzt, irgendwo zwischen sanften Hügeln und Weinreben, blitzt das Ende dieser Reise auf. Als ich am Bodensee aufbrach, war der Genfersee eine ferne Vorstellung, ein Ziel, das irgendwo in der Zukunft lag. Jetzt stehe ich hier – und dieser Moment ist so eben einfach real geworden. Wie verrückt ist das bitte?

Jet d‘Eau in der Ferne

Direkt neben mir: wieder Weinreben. Und ich stelle fest – ja, die schönsten wachsen tatsächlich in Lavaux (Etappe nach Lausanne). Diese hier sind flacher angelegt, nicht direkt am See. Aber auch hier hängen die Trauben in beeindruckender Fülle an den Reben, mehr weisse als rote. Die Landschaft viel bescheidener, nicht so spektakulär – und doch steckt so viel Reichtum in ihr und so viel Arbeit.

Ich laufe durch: Féchy, Bougy-Villars, Mont-sur-Rolle, Bugnaux, Vincy, Gilly, Bursins, Vinzel, Luins, Begnins. Für Weinkenner klingen diese Namen wohl wie Musik – für mich wie eine Gedächtnisprobe. Ich kann sie mir einfach nicht merken. 

Die Rebberge lasse ich jetzt hinter mir, und plötzlich wird der Weg ganz anders. Entlang der La Serine begleiten mich Panzersperren – mal links von mir, mal rechts, manchmal laufe ich direkt zwischen ihnen hindurch. Der Weg ist schattig, kühl, und angenehm wuselig. Genau mein Ding. 10 Kilometer lang, kein bisschen langweilig.

Nach über 25 Kilometer auf offizieller Wanderroute stehe ich plötzlich mitten auf dem Golfplatz „Golf du Domaine Impérial“. Kein Scherz – der Weg führt wirklich quer durchs Grün. Um mich herum: makelloser Rasen, Männer in schicken Poloshirts, die mich mit einem höflichen „Bonjour“ begrüssen. Ich, im Wanderoutfit, leicht verschwitzt, ganz allein – ich laufe einfach weiter. Und nach dem Schild dann auch noch mit dem Gedanken: „Super. Jetzt muss ich beim Wandern nicht nur aufpassen, dass ich nicht über meine eigenen Füsse stolpere – jetzt droht auch noch ein Golfball am Kopf.“

Nach 30 Kilometer gönne ich mir nochmal eine kleine Pause am Château de Prangins – dem Westschweizer Sitz des Nationalmuseums. Ich setze mich, trinke einen Schluck Wasser, lasse den Blick schweifen. Noch eine gute halbe Stunde bis Nyon – das Ziel ist greifbar nah.

Schloss Prangins mit Gemüsegarten

Ich habe es geschafft – nach 33 Kilometer erreiche ich Nyon, das Ziel meiner bisher längsten Etappe. 

Mont Blanc (fotografiert von Nyon)
Hôtel des Alpes
Gyros
Eisgenuss mit Aussicht – Pistazie am Lac Léman

2 Antworten auf „Etappe 25: Allaman – Nyon“

Ich Liiiiieeebe Pistazien Eis 😅😉

Wow Irene bald hast du es geschafft. Ziel schon im Blickfeld.
Sehr beeindruckend und lange Etappe heute. Super gemacht 👍🏻
Ich denke viel an dich

Da bist du aber weit gewandert heute.
Das gute Eis hast du dir verdient.
Montag Blanc waren wir mal bei blauem Himmel und schöner Aussicht. Der Berg thront über den schönen Orten.

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