Kategorien
Vogesen

Etappe 2: Orbey – Lac Blanc

  • ↔️ 13 km
  • ⬆️ 1150 hm

Pünktlich um 9:00 Uhr starten wir in unsere nächste Etappe. Das Wetter begrüsst uns mit einer Mischung aus „Vielleicht regnet’s… vielleicht auch nicht“, also schlüpfen wir vorsichtshalber in unsere Regenponchos. Fünf Minuten später merken wir: Fehlalarm. Die Ponchos wandern wieder in den Rucksack – und wir wandern weiter bergauf. Natürlich. Was denn sonst.

Friedhof Rabenbühl

Kurz darauf erreichen wir den „Friedhof Rabenbühl“, einen deutschen Soldatenfriedhof (mitten im Wald). Die Gefallenen ruhen heute in Hohrod im Friedhof Baerenstall (siehe Etappe 1). Ein stiller Ort, der einen kurz innehalten lässt, bevor es weiter nach oben geht.

Étang du Devin

Je höher wir steigen, desto deutlicher tauchen links und rechts die Spuren des Ersten Weltkriegs auf.

Rabenfelsen

Am Rabenfelsen (La Roche du Corbeau) angekommen, erfahren wir, dass dieser Felsen einst als Aussichtsturm der deutschen Soldaten diente. Damals stand hier ein Holzgebäude – heute steht hier ein… schwarzer Rabe? Oder ist es eine schwarze Hexe?

Stacheldrahtverhaue

Auf dem weiteren Weg sehen wir echte Kriegsnarben: alte Stacheldrahtverhaue, Schützengräben, Befestigungen. Alles stumme Zeugen einer Zeit, die man sich heute kaum vorstellen kann.

Tête des Faux

Wir erreichen den höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung – und gleichzeitig einen der geschichtsträchtigsten Orte der Vogesen.

Die Tête des Faux (1120 m), auf Deutsch Buchenkopf, war eines der berüchtigtsten Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Vorwiegend zwischen Dezember 1914 und Februar 1915 tobten hier bei klirrender Kälte, Sturm und Schneemassen, schwere Kämpfe. Mehr als 10.000 Soldaten verloren hier ihr Leben auf beiden Seiten. Erst hielten die Franzosen den Gipfel, dann versuchten die Deutschen vergeblich, ihn zurückzuerobern. Schliesslich verschanzten sie sich in der Ostflanke – genau dort, wo unser Wanderweg uns heute hinaufgeführt hat.

Ein Ort, der einen gleichzeitig staunen und schlucken lässt. Und ein Moment, in dem man froh ist, dass wir heute nur mit Regen, Ponchos und Höhenmetern kämpfen müssen.

Soldatenfriedhof Cimetière Duchesne

Nach insgesamt 14 Kilometern stolpern wir ins Hotel – und nachdem wir uns nach zehn Minuten kreativem Französisch irgendwie verständlich gemacht haben, dass wir wirklich hier einchecken möchten, freuen wir uns jetzt nur noch auf die heisseste aller Duschen.

Les Terrasses Du Lac Blanc
Tarte aux myrtilles
Tarte flambée – merci Oma Anni!
Mousse au 2 chocolat et glace

2 Antworten auf „Etappe 2: Orbey – Lac Blanc“

Hallo ihr Zwei.
Tolle Bilder und deine Texte sind wieder einzigartig. Nach den eindrücklichen Schauplätzen, die eigentlich traurig machten, musste ich schallend über den schwarzen „Raben“ lachen. Text und Bild so gut gelungen. Ich freu mich schon auf heute Abend, wenn Tag drei kommt. Euch einen schönen Abend, hoffentlich ist es nicht zu kalt.

Wenn ich deine Beschreibung lese , liebe Irene ,
meine ich , dass ich mit euch zwei unterwegs bin.Danke , dass ich mitgehen kann.
Die Vergangenheit ist bei euch allgegenwärtig.
Viel Spass euch trotzdem und viele schöne Momente .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert