- ↔️ 20 km
- ⬆️ 1500 hm
Heute starten wir tatsächlich mit Sonnenschein – ein seltenes, aber sehr willkommenes Naturphänomen. Und das Beste: Wir sind nicht allein unterwegs. Neben uns tauchen zwei elegante Schatten auf. Endlich mal Begleiter, die nicht quatschen, nicht meckern und immer brav Schritt halten.

Schon kurz nach dem Start bekommen wir die ersten Aus‑ und Tiefblicke auf den Lac Blanc. Das Wasser liegt ruhig unter uns, während wir weiter oben am Hang entlangziehen.

Wir bleiben eine ganze Weile auf dieser Höhe, bevor wir zum Lac du Forlet absteigen – ein kleiner, idyllischer See. Danach geht es weiter zum Lac Vert.




Von dort stapfen wir weiter zur Col de la Schlucht auf 1139 Metern. Hier kehren wir ein, füllen unsere Wasserflaschen und gönnen uns einen Tee. Das Wetter meint es bis hierhin erstaunlich gut mit uns – fast schon verdächtig gut.

Dann beginnt der Abschnitt, der in jedem Wanderführer mit Ausrufezeichen markiert ist: der Sentier des Roches.
Ein Felsenweg, der alles sein will – und alles ist: spektakulär, abenteuerlich, schmal, ausgesetzt, beeindruckend und an manchen Stellen so anspruchsvoll, dass man automatisch aufhört zu reden, um sich voll aufs Gehen zu konzentrieren.
Links von uns fällt der Hang hunderte Meter steil ab. Rechts von uns ragen Felswände hoch. Dazwischen schlängelt sich ein Weg, der sich nicht entscheiden kann, ob er Wanderweg, Klettersteig oder Mutprobe sein möchte.
Es gibt gesicherte Steiganlagen, Treppen, die nach unten führen, und sogar einen Tunnel, der mitten durch den Berg geht. Jeder Schritt ist ein kleines Abenteuer – und jeder Blick nach links ein kurzer Adrenalinschub.





Nachdem wir wieder auf halbwegs sicherem Terrain angekommen sind, laufen wir noch ein Stück weiter, bis der Weg plötzlich nach rechts abbiegt – direkt auf einen Steilhang zu. Keine Diskussion, keine Alternative: Der Weg meint es ernst.

In immer steileren Serpentinen arbeiten wir uns eine Lawinenrinne hinauf. Hier liegt noch Schnee, und der Nebel hängt wie ein grauer Vorhang über dem Hang. Trotzdem bekommen wir zwischendurch eindrucksvolle Tiefblicke, die uns zeigen, wie viel Höhe wir mit jedem Schritt gewinnen.

Auf nur einem Kilometer machen wir über 250 Höhenmeter – ein Abschnitt, der definitiv in die Beine geht.

Das Hohneck lassen wir links liegen und steuern direkt unsere Unterkunft an.
Nach diesem Tag wissen wir: Diese Etappe hatte alles – Sonne, Schattenfreunde, Seen, Felsen, Nervenkitzel und Schneereste.





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2 Antworten auf „Etappe 3: Lac Blanc – Hohneck“
Meine Anerkennung und meinen Respekt habt auf jeden Fall.
Lasst euch den Mut nicht nehmen.
Unglaublich wie ihr zwei alles zurücklegt.
TOLL .
Aber ein bischen verückt muss man auch sein , dass mann sich das zumutet.
Weiterhin gutes gelingen.
Mega… der Weg sieht spektakulär aus und so viele Höhenmeter, Respekt. Irene, hattest du Atemnot oder Heidelberi g’esse 😉